Ein Vorfall in der schottischen Stadt Dundee sorgt derzeit in sozialen Netzwerken für Aufregung und polarisiert die Öffentlichkeit. Eine 14-jährige Schülerin wurde am Samstagabend im Stadtteil Lochee von der Polizei festgenommen, nachdem sie mit mehreren Waffen – darunter einer Axt und einem Messer – in der Nähe der St Ann’s Lane gesichtet worden war. Die Polizei bestätigte, dass das Mädchen wegen des Besitzes einer Klinge angeklagt und an die zuständigen Behörden gemeldet wurde.
Was zunächst nach einem klaren Fall von illegalem Waffenbesitz klingt, wird durch Berichte aus dem Internet und sozialen Medien erheblich komplexer.
Laut verschiedenen Posts auf der Plattform X (ehemals Twitter) soll das Mädchen die Waffen getragen haben, um ihre jüngere Schwester – laut einigen Quellen erst 12 Jahre alt – gegen Männer zu verteidigen, die sie angeblich belästigt hätten. Ein virales Video zeigt zwei sichtlich aufgebrachte Jugendliche, von denen eine ein Messer und eine Axt trägt. Im Hintergrund sind mehrere erwachsene Männer zu sehen. Eines der Mädchen schreit: «Fass sie nicht an, sie ist erst 12!»
Die Situation eskalierte offenbar in der Nähe des Balgay Street-Parkplatzes. In einigen Berichten heißt es, ein Mann habe die Mädchen gefilmt und unangemessen angesprochen. Die Polizei sei mit mehreren Einsatzfahrzeugen vor Ort gewesen. Ein besonders häufig geteilter Beitrag behauptet, der Auslöser sei ein «muslimischer Mann» gewesen, der die jüngere Schwester des Mädchens belästigt habe. Diese Darstellung konnte bislang nicht unabhängig bestätigt werden. Offiziell äußert sich die Polizei bislang nur knapp:
«Gegen 19:40 Uhr wurden Beamte in den Bereich Lochee gerufen. Eine 14-Jährige wurde im Zusammenhang mit dem Besitz einer Klinge angeklagt. Weitere Ermittlungen laufen.»
Zu den Hintergründen der Tat oder den Vorwürfen gegen mögliche Dritte – politische Korrektheit obliege – schweigt die Behörde bisher.
In sozialen Netzwerken sorgt diese Informationslücke für Spekulationen. Die Festnahme der Jugendlichen wird als «Skandal» bezeichnet und den Behörden wird vorgeworfen, die eigentlichen Täter – mutmaßlich zwei Migranten – unbehelligt gelassen und nicht benannt zu haben. Eine Facebook-Nutzerin, die sich als Mutter einer betroffenen Freundin ausgibt, schrieb, die Angreifer hätten sich zunächst fließend auf Englisch unterhalten, später jedoch angegeben, kein Wort zu verstehen.
Auf der einen Seite stehen die immer noch «politisch korrekten» schottischen Behörden, die sich scheuen, das Kind beim Namen zu nennen, auf der anderen Seite gibt es immer noch mutige Menschen wie die 14-jährige Schottin, die sich für einen Mitmenschen einsetzte.