Chinesische Wissenschaftler haben kürzlich einem 39-jährigen Mann, der für «hirntot» erklärt worden war, eine Lunge von einem genmanipulierten Schwein implantiert. Über diese Technik der sogenannten Xenotransplantation berichteten die Forscher in der Fachzeitschrift Nature Medicine. In ihrem Artikel teilten sie mit, dass der Mann während des gesamten Experiments hämodynamisch stabil geblieben sei:
«Während der gesamten postoperativen Phase blieben die dynamischen physiologischen und hämodynamischen Parameter stabil, was auf die physiologische Stabilität und Homöostase des Empfängers über einen Beobachtungszeitraum von 216 Stunden hinweist.»
Auch The Guardian informierte über dieses Experiment und erklärte, dass die Technik der Xenotransplantationen darauf abziele, die Krise der Organknappheit zu lösen. Denn laut Weltgesundheitsorganisation (WHO) würden weltweit nur bis zu zehn Prozent des Bedarfs an solchen Transplantationen gedeckt.
Weiterhin ließ die Zeitung wissen, dass der «hirntote» Chinese neun Tage lang überlebt und Antikörper gegen das fremde Organ produzierte hätte, bevor er gestorben sei. Allerdings hätte die Lunge 24 Stunden nach der Transplantation Anzeichen von Flüssigkeitsansammlung und Schädigung gezeigt. Obwohl der Empfänger starke immunsuppressive Medikamente erhalten habe, sei das transplantierte Organ schließlich zunehmend von Antikörpern angegriffen worden, was im Laufe der Zeit zu erheblichen Schäden geführt hätte.
Die Xenotransplantation hat sich laut The Guardian in den letzten Jahren zu einem «vielbeachteten Forschungsgebiet» entwickelt. Vor allem Herz, Nieren und Leber gehören zu den Organen, die bereits von Schweinen auf Menschen transplantiert wurden. In der Regel werden die Tiere genetisch verändert, indem bestimmte Schweinegene entfernt und spezifische menschliche Gene eingefügt werden, um die Abstoßung der Organe durch den Körper des Empfängers zu verringern.
Experimente dieser Art werden oft an «hirntoten» menschlichen Empfängern durchgeführt, aber in einigen Fällen wurden sie auch schon bei lebenden Patienten angewendet (hier und hier). Diese Handvoll lebender Empfänger sei allerdings innerhalb von Wochen oder Monaten nach einer solchen Operation gestorben, so The Guardian. Die besten Ergebnisse hätten sich bei Empfängern transplantierter Schweinenieren gezeigt.
Das US-Portal LifeSiteNews, das sich ebenfalls mit dem Thema beschäftigt hat, sieht in solchen Experimenten eine «beunruhigende Verletzung der Menschenrechte». Zudem weist es darauf hin, dass das Konzept des «Hirntods» Menschen zu Ressourcen gemacht habe, zu Waren, die wegen ihrer wertvollen lebenswichtigen Organe genutzt – oder in unethischer Weise als Versuchskaninchen missbraucht werden.